Typische Probleme im Offsetdruck und wie man sie reduziert
Schon kleine Unregelmäßigkeiten im Druckprozess können die Produktion erschweren und gleichzeitig die Qualität senken. Deshalb lohnt es sich, typische Probleme im Offsetdruck zu kennen und gezielt zu begrenzen. Unten beschreiben wir drei häufige Themen: Abklatschen frischer Farbe, Farbabrieb und Farbabstoßung.
1. Abklatschen frischer Farbe
Abklatschen entsteht, wenn frische Druckfarbe im Stapel auf die nächsten Bogen übergeht. Anders gesagt: Die unteren Bogen „geben“ Farbe an die darüberliegenden ab. Außerdem können unterschiedliche Ursachen dazu führen, deshalb sollte man sie unterscheiden und passende Maßnahmen wählen.
- Zu viel Farbe auf wenig saugfähigem Papier – Standard-Farbführung nutzen, ein geeignetes Hilfsmittel zusetzen und zusätzlich pudern sowie die Bogenablage anpassen.
- Zu hoher Stapel in der Auslage – das Papiergewicht entfernt das Luftpolster zwischen den Bogen; daher auf niedrigeren Stapel drucken und pudern.
- Falsche Einstellung der Auslage (oft bei schweren Kartons) – Fallhöhe verringern und den Zeitpunkt des Öffnens der Greifer einstellen. Außerdem sollte der Bogen straff in die Auslage fallen.
- Mangelnde Planlage des Bedruckstoffs – besseres Papier ohne wellige Kanten wählen.
- Elektrostatische Aufladung – kleinere und lockerere Stapel verwenden, weil das die Druckqualität stabilisiert.
Wie man sieht, kann Abklatschen verschiedene Ursachen haben, jedoch lässt es sich mit korrekten Einstellungen und dem richtigen Ablauf deutlich reduzieren. Weitere praktische Hinweise findest du in den übrigen Artikeln in unserem Blog.
2. Farbabrieb
Während der Produktion können Schwierigkeiten auftreten, die die Optik der Drucksache verschlechtern. Deshalb ist es sinnvoll, typische Fehler zu kennen. Einer davon ist Farbabrieb. Unten zeigen wir Ursachen und Lösungen, die den Effekt reduzieren.
Zu stark verdünnte Farbe
Farbabrieb kann entstehen, wenn die Farbe zu stark verdünnt ist. Dann zieht das Bindemittel zu schnell in den Bedruckstoff ein, sodass das Pigment an der Oberfläche nicht richtig bindet. Abhilfe schafft das Binden der Pigmente durch einen Bindemittelauftrag oder durch den Einsatz eines ölhaltigen Drucklacks.
Falsch geleimtes Papier
Eine weitere Ursache ist falsch geleimtes Papier mit zu hoher Saugfähigkeit. Dann dringt die Farbe zu intensiv ein und das Pigment verbindet sich nicht mit dem Bindemittel, daher sinkt die Qualität. Solches Papier sollte mit ölhaltigem Drucklack überdruckt werden. Da viele Farben oxidativ trocknen, kann der Unterdruck jedoch die Aufnahme beeinflussen. Wenn der Auftrag bereits fertig ist, helfen oft ein Bindemittelauftrag, Druckpaste oder ein hochglänzender ölhaltiger Drucklack.
Zu wenig Bindemittel
Farbabrieb kann auch auftreten, wenn die Farbe zu wenig Bindemittel enthält. Dann reicht es, Bindemittel zuzusetzen oder einen Bindemittelauftrag zu drucken. Dadurch verbessert sich die Optik und gleichzeitig steigt die Lesbarkeit.
3. Farbabstoßung
Verschiedene Faktoren können Qualität und Lesbarkeit verschlechtern, dennoch zählt Farbabstoßung zu den typischen Problemen. Zum Glück lässt sich dieser Fehler begrenzen, sodass kein unschöner Effekt entsteht.
Ursachen und Methoden zur Reduzierung
Farbabstoßung tritt auf, wenn die erste Farbschicht zu stark trocknet und eine zu harte Oberfläche bildet. Häufig entsteht das durch zu viel Trockenstoff oder durch einen zu langen Abstand zwischen der ersten und der zweiten Farbe. Deshalb sollte die Methode von der Auflagenhöhe abhängen.
- Kleine Auflagen – Druckfläche vorsichtig mit Watte abreiben.
- Große Auflagen – Drucklack auftragen und die nächste Farbe drucken, während der Lack anzieht.
- Alternative – Trockenstoff reduzieren oder darauf verzichten, wenn möglich.
Wenn du Farbabstoßung reduzierst, wirkt der Druck sauber und visuell überzeugend. Entscheidend bleibt jedoch die richtige Diagnose, weil du dann die passende Methode für kleine und große Auflagen einsetzen kannst.
Brauchst du Unterstützung? Schreib uns und beschreibe das Problem—wir schlagen dir konkrete nächste Schritte vor.

