Offsetdruck – die beliebteste Drucktechnik
Der Offsetdruck ist eine der bekanntesten Druckmethoden. Deshalb lassen sich damit viele Produkte herstellen: Flyer, Plakate, Broschüren, Magazine und Zeitungen. Außerdem eignet sich Offset auch für Kartonverpackungen, Wobbler und Durchschreibesätze, weil er eine gute Qualität und hohe Wiederholgenauigkeit bietet.
Die hohe Leistung von Offsetmaschinen senkt die Stückkosten bei größeren Auflagen. Außerdem läuft die Produktion schnell, daher bleiben die Lieferzeiten oft kurz. Im Ergebnis verbindet Offset Wirtschaftlichkeit mit sehr guter Druckqualität.
Wie funktioniert Offsetdruck?
Das Bild geht nicht direkt auf das Papier
Beim Offset wird das Bild von der Druckplatte über einen Zwischenzylinder auf den Bedruckstoff übertragen. Dieser Zwischenzylinder ist mit einem Gummituch (der sogenannten „Gummi-Decke“) bezogen. Deshalb wird die Farbe nicht sofort auf das Papier übertragen. Zuerst gelangt die Farbe auf den Plattenzylinder, anschließend überträgt dieser das Bild auf den Gummituchzylinder, und erst danach wird das Bild auf das Material übertragen. Dadurch entsteht ein stabiler Effekt und eine hohe Druckqualität.

Arten des Offsetdrucks
Obwohl Offset oft als eine Technologie wahrgenommen wird, unterscheidet man in der Praxis mehrere Lösungen. Deshalb spricht man am häufigsten von Bogenoffset und Rollenoffset (Wegoffset). Außerdem betreffen die Unterschiede nicht nur den Bedruckstoff, sondern auch das Produktionstempo und die Art der Farbtrocknung.
Bogenoffset
Beim Bogenoffset wird Papier oder ein anderer Bedruckstoff als Bogen in einem bestimmten Format in die Maschine geführt. Außerdem arbeiten viele Druckereien in Polen auf dieser Basis. Es kommen hochviskose Offsetfarben zum Einsatz, die durch Einziehen und Polymerisation trocknen. Anschließend gelangen die Bögen in die Auslage, wo sie zu einem Stapel abgelegt werden. Zudem muss der Stapel selbst bei IR-Trocknung oder Pudern „ruhen“, damit die Farbe gut bindet.
Beim Rollenoffset gibt es diese „Liegezeit“ in der Regel nicht, daher läuft die Produktion schneller. Im Ergebnis kann der Druck von der Rolle bei sehr kurzen Terminen vorteilhaft sein.

Rollenoffset (Wegoffset)
Beim Rollenoffset liegt der Bedruckstoff als Bahn, also als Rolle, vor. Außerdem werden dabei andere Farben als im Bogenoffset verwendet. Zudem wird der Druck von der Rolle in zwei Grundvarianten umgesetzt: Coldset und Heatset, die sich durch die Art der Trocknung unterscheiden.
Coldset – Offset „kalt“
Beim Coldset trocknet die Farbe durch Einziehen ins Papier. Deshalb eignet sich diese Methode für sehr große Auflagen, allerdings meist für weniger anspruchsvolle Arbeiten, zum Beispiel Werbezeitungen oder Beilagen.
Heatset – Offset „heiß“
Beim Heatset läuft der Prozess bei sehr hohen Temperaturen ab, daher zieht die Farbe ins Papier ein und verdampft gleichzeitig. Außerdem ermöglicht diese Technik den Druck auf dickeren Materialien, und das Ergebnis ist deutlich hochwertiger. Deshalb nutzen Druckereien Heatset für prestigeträchtige Magazine und Kataloge in sehr großen Auflagen.
Rollenmaschinen erreichen oft Geschwindigkeiten, die um ein Vielfaches höher sind als bei Bogenmaschinen, daher sinken die Druckkosten. Außerdem ermöglicht das Falzen in der Linie ein nahezu fertiges Produkt ohne zusätzliche Schritte. Zudem ist Rollenpapier meist günstiger, was die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht. Für den Heißdruck werden kalandrierte und gestrichene Papiere verwendet. Zusammenfassend erhält der Kunde das Produkt häufig zu einem niedrigeren Preis als im Bogenoffset.

Ein kurzer Blick in die Geschichte des Offsetdrucks
Alois Senefelder und die Anfänge des Durchbruchs
Die frühen Wurzeln des Offsetdrucks führen zur Person Alois Senefelder (1771–1834). Er war der Sohn eines Schauspielers am Königlichen Theater und studierte Jura, weil sein Vater ihm diesen Weg vorgab. Nach dem Tod des Vaters änderte sich jedoch alles, daher brach Alois das Studium ab und ging direkt zum Theater, in der Hoffnung auf eine schnelle Karriere. Leider zeigte sich nach kurzer Zeit, dass die Schauspielerei nicht seine Stärke war, sodass er keinen Erfolg auf der Bühne hatte.
Von Drehbüchern zur Drucktechnik
Auch wenn ihm das schauspielerische Talent fehlte, gewann er immer mehr Leser, weil er Drehbücher schrieb, die Aufmerksamkeit erzeugten. Mit der Zeit wollte er diese verbreiten, jedoch stieß er auf hohe Druckkosten, während die Verkäufe nur geringe Gewinne brachten. Infolgedessen besuchte er Druckereien immer häufiger und begann schließlich selbst zu arbeiten, indem er Kupferplatten gravierte. Außerdem war diese Arbeit schwierig und zeitaufwendig, weil er ein spiegelverkehrtes Abbild dessen erstellen musste, was am Ende gedruckt werden sollte.

Die Entdeckung auf dem Stein
Eines Tages bat ihn seine Mutter, eine Liste mit Wäsche zum Waschen aufzuschreiben. Da er kein Papier zur Hand hatte, schrieb er sie auf einen Stein und verwendete dabei Ruß, der mit Seife und Wachs vermischt war. Anschließend bemerkte er eine wichtige Abhängigkeit: Wasser haftete nicht an den Stellen, die mit dieser Mischung bedeckt waren, während sich Druckfarbe anders verhielt. Von da an begann er, Zeichnungen auf Stein anzufertigen und das Bild später auf eine Druckform zu übertragen. Dadurch patentierte er seine Idee und wurde zum Vater der Lithografie (von „lithos“ – Stein).
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